hüt bim Striele

«Mier startet jetz, mier startet jetz i de coole Filasez…!» So ging es heute Morgen fröhlich singend vom Schützenhüsli los. Noch ein «Tschüüs Mami, bis am Mittag!» und dann ab Richtung Wald.
Ja, die 5 Filasez-Kinder sind angekommen und voll motiviert, beim «Strielen» die Welt zu entdecken.
Der Schul-Hund Chiara ist stets mit dabei. Sie wird oftmals gestreichelt und mit kleinen Leckereien abwechslungsweise von einem der Kinder verwöhnt und ist inzwischen auch von den erst ängstlichen Kindern toleriert resp. wird sogar hin und wieder gestreichelt.
Ein Spaziergang kann zum grossen Abenteuer und Erlebnis werden. Vor allem, wenn ein Pirat dabei ist, mit Schwert und Schild. Singen, einander vom Wochenende erzählen, den Hund beim «Hunde-Zeitung-Lesen» beobachten, eine Feder und einen besonderen Stein finden, Zwischenhalt machen und die Jacke ausziehen, diskutieren, welcher Weg direkt zum Hexenfelsen führt… ja, das ist immer wieder spannend und intensiv: leben und lernen mit dem was gerade ist.
Oben beim Hexenfelsen haben wir gesungen, alle nochmals einzeln musikalisch begrüsst und auch noch zwei neue Chansons von der französisch sprechenden Assistentin kennen gelernt. Fremd? Nein: «Das känn ich!»: Frère Jacques…
Den Wald erkunden kann bedeuten, dass Baumstämme zur Brücke über einen reissenden Fluss werden und auf der einen Seite ein Lädeli zum Einkaufen und auf der anderen Flussseite das Zuhause ist.
Natürlich entstand daraus auch echter Hunger – zum Glück war das Znüni mit dabei: Znüni-Blues-Ziit!
«Wo sitzed mer? Hed’s en Decki? Chasch mer d’Fläsche uuftue? Ich wett wieder en Chrone-Öpfel!»
Das alles brauchte Zeit. Ein auffälliges von einem Fuss auf den anderen tapsen liess vermuten: WC? Schon zu spät. Kein Problem – Reservekleider sind dabei – die andern blieben respektvoll etwas abseits. Logisch!
Und dann hiess es bereits: «Es isch Zit! Zrugg zu de Filasez. Es chunnt nu es Meitli gu schnuppere… Viellicht es wiiters Filasez-Chind!» «Chömmer bis zum Wägrand ränne?» Wenn klare Abmachungen eingehalten werden, ist auch mehr Freiheit möglich. Dieses Mal klappte es Tip Top, und die ausgesprochene Anerkennung wurde mit einem Strahlen im Gesicht gerne angenommen.
Wenn nur der Heimweg nicht sooooo lange wäre. Für einen der Kleineren bedeutete dieser die grosse Herausforderung! Es brauchte einiges, bis schliesslich die Bitte «Chasch du de Chiara rüefe, sie will nid lose!» die richtige Motivation war, um mit dem kräfteraubenden Weinen aufhören zu können. «Chiara!!!» Als sie herankam, rannten wir mit ihr bis zum Schützehüsli. Die anderen waren bereits mit der Assistentin zurück. Dort wartete auch der angekündigte Besuch. «Herzlich Willkommen in der Filasez!»
Draussen brannte schon ein Feuer, nun brauchte es heisses Wasser und Chrütli für einen Tee. Zuerst alle Hände waschen. Dann schnappten sich zwei ein Buch, zwei waren noch in der Garderobe mit Rucksack aus- und neu einpacken beschäftigt, «Wer hilft mier bim Tee mache?» «Iiiich!», Chiara bekam vom Besuchs-Kind den kleinen Kauknochen angeboten, und nach 15 Min. kamen alle nach draussen: Es gab Tee und ein Stück Kuchen vom vergangenen Spiel-Platz-Fest. «Mmmmmh, sooo fein!»
Der kleine rote Stuhl wurde plötzlich zum Geschichte-Stuhl und so entstand eine spontane Kurzgeschichte von 6 Kindern. «No eini!» Ok. Die Geschichte vom weissen Hund, der ein Schul-Hund wurde… «No eini!». Oh je: «Es isch verbi! Läbid wohl! Ade und uf Wiederseh, au revoir, bye bye, adios und bis morn wieder i de schöne Filasez!»
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