Basis Modul an der Filasez, das heisst, zurück zu den Grundlagen zu gehen und sich in ein Thema zu vertiefen.
Das erste Basis Modul «schreiben, lesen und erzählen» fand in den ersten beiden Schulwochen im Januar statt.
Zuerst war eine gewisse Skepsis bei den Schüler*innen zu spüren. Manche waren mit der Gruppeneinteilung nicht zufrieden oder hatten keine Lust, so lange an sogenannt typischen «Deutschunterricht»-Themen dran zu bleiben.
Das Geschichten- und Schreibfieber packte jedoch alle schnell.
Im Bereich Lesen/Vorlesen/Erzählen fand besonders «Sagaland» grossen Anklang: «Sagaland» ist eine Buchreihe, bei der man mit einer selbstgewählten Figur in einer Fantasy Welt Abenteuer erleben kann. Immer wieder muss man Entscheidungen treffen oder darum würfeln, wie geschickt die Figur eine gewisse Aufgabe erledigt. Je nachdem wie die Entscheidungen, Aufgaben oder Kämpfe ausfallen, liest man an einer anderen Stelle im Buch weiter.
Eine Gruppe hat mich besonders berührt: drei Schüler die eigentlich nicht zusammen in einer Gruppe waren, begannen, sich nachmittags Sagaland-Zeitfenster freizuschaufeln. Sie machten es sich gemütlich, holten unterschiedlichste Würfel und Wasser für alle. Dann ging’s los. Lange wurde diskutiert, welchen Charakter man wählen sollte. Die Wahl fiel auf einen bettelarmen Computerfreak mit wahnsinnig viel Lebenskraft. Anstatt reihum zu lesen, übernahm einer die Spielleitung und las die Texte vor.
Sie spielten mit Feuereifer und so ganz nebenbei haben zwei Schüler geübt, ein extrem lange Konzentrationsspanne beim Zuhören zu halten, die lesende Person geduldig zu unterstützen, auch wenn sie mal über ein Wort stolpert und ein Schüler hat völlig freiwillig und mit grossem Einsatz ganze Nachmittage lang hoch komplexe Texte vorgelesen.
Lesen aus Interesse, aus dem «Wollen», nicht aus dem «Müssen» heraus.
