Gerade die Dinge, die uns zuerst abschrecken, können eine ganz neue Tür öffnen.
So wurde neulich aus einem kleinen Floh – eigentlich etwas, das man eher mit einem schnellen „Ihh!“ begegnet – plötzlich ein echtes Forschungsobjekt. Unter dem Mikroskop zeigte sich eine winzige, faszinierende Welt. Durch die Linse wurden Beine, Flügel und feine Strukturen sichtbar – und das, was vorher nur ein flüchtiger Gedanke von Unbehagen war, verwandelte sich in ehrliches Staunen.
Diese besondere Mischung aus Neugier und leichter Distanz, aus Faszination und Ekel, hat eine geradezu magische Anziehung. Immer wieder wanderte der Blick zurück zum Objekt. Noch ein Mal hinschauen, noch ein Detail entdecken. Und plötzlich wird aus dem Unangenehmen etwas Spannendes, Lebendiges, Wertvolles – ein Stück Wirklichkeit, das wir durch Kinderaugen neu kennenlernen dürfen.
Vielleicht liegt genau darin die Kunst des Lernens: nichts vorschnell abtun, sondern Mut zum Hinschauen haben. Denn manchmal wartet hinter dem „Ihh!“ das größte „Oh, wow!“.


