Wenn die Welt zu Besuch kommt: Open Source Debian Konferenz an der Filasez

Ende August war die Filasez eine Woche lang Treffpunkt der internationalen Open-Source-Community. Von Dienstag bis Freitag arbeiteten rund 40 Entwicklerinnen und Entwickler beim Debian-Camp in unserer Fabrica. Am Wochenende folgte die MiniDebConf Winterthur mit 80 Teilnehmenden. Am Samstag wurde ein Fokus auf Talks über Debian in der Bildung gelegt.

Für unsere Kinder begann die Woche mit ungewohntem Besuch: In der Fabrica, unserer Grossraumwerkstatt, richteten sich rund 40 Gäste aus dem In- und Ausland ein. Menschen, die an Debian und freier Software arbeiten und dafür extra nach Winterthur gereist waren. Vier Tage lang wurde dort gemeinsam programmiert, diskutiert und getüftelt.

Die Vorbereitungen

Die Kinder erlebten die Vorbereitungen und das Camp hautnah mit. Sie malten ein Willkommensplakat und am Dienstag deckten sie für die Gäste die Mittagstische. Von André Hochuli (Mitbegründer Filasez), der das Ganze mitorganisierte, bekamen sie einen eigenen Input: altersgerecht erklärt, warum Open Source wichtig ist. Warum es wertvoll ist, wenn man versteht, wie die eigenen Werkzeuge funktionieren, wenn Geräte lange genutzt statt ersetzt werden, und wenn Wissen geteilt wird statt eingeschlossen. Themen, die erstaunlich gut zu dem passen, was Kinder ohnehin tun: ausprobieren, auseinandernehmen, verstehen wollen.

Die MiniDebConf

Am Wochenende folgte dann die eigentliche MiniDebConf: 80 Teilnehmende, sechs Vorträge rund um Linux und freie Software an Schulen. Es berichteten Menschen, die zusammen für über 100’000 Schulcomputer verantwortlich sind. FUSS Linux aus Südtirol, Puavo OS aus Finnland, Debian Edu, der Lernstick der Berner Fachhochschule, ein Praxisbericht aus einer deutschen Berufsschule und ein Einblick ins Science Lab der Universität Zürich.

Warum das alles an der Filasez?

Weil das Thema zu uns gehört: Seit der Gründung 2020 arbeiten wir ausschliesslich mit freier und Open-Source-Software. Nicht aus Sparsamkeit, sondern aus Überzeugung. Digitale Souveränität – die Hoheit über die eigenen Daten –, die nachhaltige und langjährige Nutzung von Hardware und transparente Kosten sind für uns gute Gründe. Die UNESCO empfiehlt seit 2019 den Einsatz freier Software, das Bundesgericht setzt seit über zehn Jahren darauf, das Schweizer Militär hat vor kurzem einen Wechsel bekannt gegeben und die Nasa, CERN und Uni Zürich und ETH brauchen Debian auf vielen Ebenen.

Für uns war diese Woche ein schönes Beispiel dafür, wie Schule und Welt sich begegnen können. Die Kinder haben erlebt, dass ihr Schulhaus ein Ort ist, an dem an Zukunftsfragen gearbeitet wird – und dass sie dabei nicht Zuschauer sind, sondern Gastgeber.

Neugierig geworden?

Lerne die Filasez kennen. Schreibe uns oder besuche den nächsten Infoanlass am Dienstag, 27. Oktober 2026 um 19 Uhr.